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Führen in der Krise

Wollen Sie wirklich ALLE Mitarbeiter verlieren?

 

Diesen Eindruck gewinne ich persönlich, wenn mir Coachees von ihrem beruflichen Alltag berichten. Und von dem Umgang, den sie – selbst Führungskraft - im Miteinander mit ihren Vorgesetzten erleben.

Gerade in Unternehmen mit einer angespannten geschäftlichen Lage zeigt sich, welche persönlichen Kompetenzen die jeweiligen Führungskräfte unter Druck noch abrufen können.

Zwänge, wie hohe Einsparziele, Abbauziele und noch mehr Effizienzsteigerung „treiben Führungskräfte schon manchmal in die Enge“. Auf der einen Seite wollen und sollen sie weiter unternehmerisch agieren, neue Produkte so schnell wie möglich auf den Markt bringen und/oder neue Geschäftsfelder erschließen. Auf der anderen Seite gilt es, die zwingend notwendigen Sparpotenziale auszuschöpfen - schließlich wollen sie sich nicht in der Insolvenz wiederfinden und „abgewickelt“ werden. Aus der Presse wissen sie ja aktuell von Insolvenzen, nicht nur in der Automobilzulieferbranche – das wollen sie von ihrem Arbeitgeber abwenden – natürlich auch im eigenen Interesse verbunden mit der Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Da wird die Angst ein starker Begleiter – die ist allerdings kein guter Berater.

So kommen verschiedene äußere und innere Faktoren zusammen, welche die betroffenen Führungskräfte manchmal in ihrem Verhalten nicht mehr sie selbst sein lassen. Gegenüber ihren Mitarbeitern werden sie ungehalten, das Verhalten nicht mehr einschätzbar, eher unlogisch, und oft auch nicht mehr nachvollziehbar.

All das Gelebte in guten Zeiten schwindet: Das Vorbild sein, die Transparenz über Entscheidungen, die Ermutigung der Mitarbeiter in ihren Verantwortungen.

Quintessenz ist, die Angst und Unsicherheit von Managern überträgt sich auf ihre Mitarbeiter. Wertschätzung und konstruktives Feedback bleiben aus.

Die daraus erwachsende Unzufriedenheit der Mitarbeiter spiegelt sich in Kultur, Leistung und Ergebnis. In letzter Konsequenz legt der Mitarbeiter all seine Energie in seine persönliche Umorientierung und einen aktiven Bewerbungsprozess – bis hin zum Erfolg. Ob es woanders besser wird, weiß er nicht. Dass es anders wird, auf jeden Fall und vielleicht auch ein wenig besser.

Dies ist eine Einladung an alle Führungskräfte, sich gerade in schwierigen Situationen ihrer Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern bewusst zu sein sowie die eigene Haltung und das daraus resultierende Verhalten zu reflektieren. Ein Werkzeug-Tipp: die Hogan Assessments. Sie sind eine wunderbare Basis zur Selbstreflektion, z.B. zu eigenen Werten und wie Sie unter Druck agieren.

Einen Versuch ist es wert!